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abgerufen: 01.04.2026
Schurwolle
Wolle ist zusammen mit der Baumwolle die älteste und bewährteste natürliche Textilfaser. Ihre Geschichte lässt sich über 5000 Jahre nachweisen. Ruckstuhls Schurwolle stammt vorwiegend aus Neuseeland, Südafrika oder Grossbritannien und wird je nach Anwendung entsprechend gemischt. Die Wolle ist elastisch, besonders schmutzresistent und gleicht das Raumklima aus. Sie kann bis zu 30% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und bei trockener Luft wieder abgeben. Durch das Spinnverfahren mit hoher Tourenzahl – das in Europa stattfindet – ist Ruckstuhls Wollfaser strapazierfähig, langlebig und in gewissen Qualitäten auch hervorragend objektgeeignet. Sie hat eine hohe Druckunempfindlichkeit (Memory-Effekt) und zeichnet sich ausserdem durch ihre Isolationsfähigkeit, ihre schwer Entflammbarkeit ohne zusätzliche Ausrüstung und die Hautfreundlichkeit aus.
Zahlen und Fakten
- Unter reiner Schurwolle, versteht man ausschliesslich Wollfasern, die vom lebenden Schaf stammen und erstmals verarbeitet werden
- Schurwolle von Ruckstuhl ist frei von Mulesing
- Für Ruckstuhl werden exklusive Wollmischungen verwendet, die höchste Strapazierfähigkeit garantieren
- Ein Merino-Schaf produziert ca. 9.000 km Wollhaare pro Jahr und dies in einer Geschwindigkeit von 1027 Metern pro Stunde
- Die Haare von 5 Merino-Schafen aneinandergereiht können die ganze Erde umgeben
Vorteile
- Wolle ist äusserst elastisch und druckunempfindlich.
- Wolle ist einzigartig unempfindlich gegen Schmutz.
- Wolle ist unübertroffen isolierfähig.
- Wolle ist flammhemmend.
- Wolle ist durch ihr Feuchtigkeitsaufnahme- bzw. -abgabevermögen als Gratisklimaanlage anzusehen.

Moritz Ruckstuhl wird am 15. Mai 1847 im schweizerischen Langenthal geboren. Die Eltern betreiben ein Speditionsunternehmen mit über 100 Pferdefuhrwerken. Im Jahre 1868 bricht Moritz Ruckstuhl jedoch nach Amerika auf und arbeitet unter anderem auch 10 Jahre in Argentinien.
Ausgelöst durch den Bau einer Bahn, flaut das elterliche Speditionsgeschäft ab und so entschied sich Moritz Ruckstuhl 1878 wieder in die Schweiz zurück zu kehren. Auf seinen langen Seereisen hat er die Kokosmatten auf Schiffen entdeckt (sie verhindern das Ausrutschen bei nassem Wetter). Daraus entsteht seine neue Geschäftsidee:

1881
Moritz Ruckstuhl mietet in Melchnau BE die Scheune und den Tanzsaal der Gastwirtschaft «zur Eintracht» an und beginnt Läufer und geflochtene Türvorleger auf Handwebstühlen herzustellen.

1884
Schon bald werden die Räumlichkeiten zu knapp: Nach drei Jahren wird die Fabrikation von Melchnau nach Langenthal verlegt.

1908
Walter Ruckstuhl, ältester Sohn von Moritz Ruckstuhl tritt in den Betrieb ein.

1918
Moritz Ruckstuhl wandelt seine Firma in eine Aktiengesellschaft um, überträgt seinem Sohn Walter die Direktion und begibt sich in seinen Ruhestand: Die heutige Ruckstuhl AG ist geboren.
1922
Ruckstuhl bringt die gewobene Kokosbrosse auf den Markt, die bis heute als PORTA ein fester Bestandteil der Ruckstuhl DNA ist.

1939
Felix Ruckstuhl, ältester Sohn von Walter Ruckstuhl, tritt in die Firma ein. Ruckstuhl experimentiert aufgrund kriegsbedingter Rohstoffengpässe mit Papiergarnen.
1967
Ruckstuhl bringt den Kokosteppich CALICUT auf den Markt. Mit seiner Unverwüstlichkeit und seinem Charme ein weiterer Ruckstuhl-Klassiker schlechthin.
1972
Der Sisal-Teppich JAIPUR entsteht. Harmonisch aufeinander abgestimmte Farben, anspruchsvoll verarbeitet in der Naturfaser Sisal.

1977
Peter Ruckstuhl, Sohn von Felix Ruckstuhl, tritt als Vertreter der vierten Generation in das Unternehmen ein. Ruckstuhl beginnt Wollteppiche zu tuften.

1987
Ruckstuhl gründet mit weiteren Firmen in der Region den DESIGNERS‘ SATURDAY, eine Ausstellung in den Produktionshallen der Firmen.

1992
Ruckstuhl übernimmt die dänische Skandinavisk Kokosvæverie SKANKO A/S und lagert einen Teil der Produktion aus.

1999
Im stillgelegten Werk 20 der Porzellanfabrik Langenthal AG richtet Ruckstuhl seine Maschinen ein und verlegt die Produktion aus Dänemark zurück in die Schweiz.

2007
Mit dem Teppich LEGNO-LEGNO besinnt sich Ruckstuhl zurück an die Anfänge der Geschichte und entwirft einen Holz-Teppich, der vom Bootsbau inspieriert ist.

2009
Ruckstuhl führt den Tuftingroboter Robotloom ein. Mit dem Einsatz modernster Technik kann Ruckstuhl einzigartige Teppiche mit individuellen Designs oder Mustern anfertigen.

2013
Nach 129 Jahren zieht Ruckstuhl mit der Administration von der St. Urbanstrasse in das Produktionsgebäude an der Bleienbachstrasse.

2014
Die kolumbianische Naturfaser Fique wird in Zusammenarbeit mit einer Strickmanufaktur zu handmade Teppichen gefertigt. MAGLIA von Ruckstuhl wird von der Fachpresse mit Begeisterung aufgenommen und heimst etliche Deisgnpreise ein.

2015
Die Familie Ruckstuhl veräussert die Aktienmehrheit an die CoOpera Immobilien AG. Die CoOpera ist auch Besitzerin des Firmengebäudes und mit der Firma Ruckstuhl seit vielen Jahren verbunden.

2018
Peter Ruckstuhl begibt sich in den Ruhestand. Die Mitarbeiter U. Rölli, A. Berchtold, S. Howald und V. Baumann (v.l.n.r.) erstellen einen Sanierungsplan und bilden die neue Geschäftsleitung.

2019
Ruckstuhl startet die Zusammenarbeit mit dem Zermatter Modelabel NEESCHI. Aus der auserlesenen, ungefärbten Wolle des Schwarznasenschafes enstehen drei hochwertige Teppiche.

2021
Adrian Berchtold (Geschäftsführer und Präsident des Verwaltungsrats) und Valentin Baumann (Leiter Finanzen, HR und Services) übernehmen die Aktienmehrheit von der CoOpera.